Entscheidungen, die ich nicht treffen möchte. Entscheidungen, die ich treffen muss. Sie rauben mir den Verstand. Verloren bin ich. Einsam. Allein. Ich tanze auf einer Wippe; bewege mich von “Ja” zu “Nein”. Blick ich zurück, sehe ich einen Traum. Was ist aus ihm geworden? Getrübt. Ergraut. Zerschlagen? Soll es das gewesen sein? Geworfen in ein Labyrinth. Tausend Wege. Halt! Hier geht es nicht weiter! Wand. Mauer. Unüberwindbare Hecke. Ich gehe zurück. Ich drehe mich im Kreis. Wie soll ich mich entscheiden? Unüberwindbare Ängste. Angst vorm Scheitern. Wer bin ich? Wo stehe ich im Leben? Ich bin wer! Ich kann was! […bin wer…kann was?] Ich kann nicht aus mir heraus. Flucht? Wohin fliehen? In das nächste Unglück? Der eine Weg, es gibt ihn nicht. “Nimm Anlauf, spring!”, sagt mein Verstand. “Spring über Wände. Spring über Mauern. Überwinde auch das Unüberwindbare!”, so fährt er fort. “Ich würde, wenn ich könnte!”, so antwortet mein Herz. Ich hab verlernt zu träumen. Mein Antrieb, er ist tod. So klar noch alles gestern war, so ist heute alles schwarz. Wegschauen. Weglaufen. Eingraben. Verrat! Der Verrat an mir selbst. Der Verrat an meinen Träumen. “Hör auf damit! Lass es nicht zu!”, warnt mein Verstand. “Sag mir wer ich bin! Zeig mir meinen Weg!”, fleht mein Herz. “Du weißt, wer du bist. Du kennst deinen Weg.”, entgegnete mein Verstand. “Ich wusste es mal. Ich kannte ihn mal…”, jammerte das Herz. “Erinnere dich. Geh in dich. Fühle, was du einst so liebtest. Deine Träume sind nicht tod. Noch nicht. Es liegt an dir ob du sie sterben lässt.”, so sprach der Verstand und wendete sich ab. Die Fallgrube unter mir. Ich will nicht fallen. Ich will laufen. Ich will fliegen. Ich will träumen. Ich will Mensch sein! Ein Irrweg. Was soll ich tun? Wo soll ich hin? Wo ist mein Platz? Ich bin ein Mensch. Ich bin ein Mensch mit Zweifeln. Ich bin ein Mensch mit Ängsten. Doch war ich einst ein Mensch, der lachte. Ein Mensch, der das Leben liebte. Ein Mensch, der immer wieder fiel und immer wieder aufstand. Ein Mensch, der andere begeistern konnte. Ein Mensch, voller Träume und voller Energie. Ein Mensch mit Zielen. Ein Mensch, der in der Gefühlswelt anderer wie in Büchern las. Bin ich noch ich? Ich bin noch dieser Mensch. Er ist ein Teil von mir. Ich muss mich entscheiden: wer WILL ich sein? Ich falle nicht. Ich springe. Absprung. “Liebes altes, neues Leben, können wir wieder Freunde sein?”

© Lischen Lotte

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