Tag Archive for polit-satire

Ins Sprichwort gefallen

Ins Sprichwort gefallen, verfasst von Die dritte Person, Vielen Dank!

Schuster bleib bei deinen Leisten,
so sehen das die Meisten.

Jeder kehrt vor seiner eigen Tür,
und ich schäme mich dafür,
dabei zu sein, in diesem humankapitalistischen System,
wer nichts leisten kann muss gehn.

Sie sind zufrieden mit der Taube in der Hand,
Spatz, bleib lieber auf dem Dach.
Den Blick stehts vor die Schuh’ verbannt,
obwohl die Sonne so schön lacht.

Was lange währt wird endlich gut,
und die Zuversicht nimmt ihren Hut.
Über Langeweile will auch keiner klagen,
Gut Ding will ja auch Weile haben.

Die Meisten sind nur froh,
dass Schweigen Gold entspricht.
Sprechen einfach so
das geht doch nicht…

Diese Welt ist alles andere als im Lot,
und trotzdem glaube ich dieses Leben vor dem Tod.

© Die dritte Person

Mehr Gedichte von Die dritte Person

Die da oben

Unpolitisches von Gerhardt vandenBosch, Vielen Dank!

Ihre Macht war wie die Mauer, worauf sie standen
Unbeweglich niemals mehr zu ändern. Was sie fanden
Wurde ausgestrahlt.Was sie meinten, wiederholt.
Wurden, wo sie gingen mit den roten Läufern eingeholt

Die da oben auf den hohen Mauern standen
meinten diese Macht kam Ihnen nie abhanden.
doch während sie noch in Ihren Imperativen sprachen
immer weiter unter ihnen ihre hohe Mauer brachen

Die da oben standen in der ganzen Welt
meinten: Ohne Waffen, ohne Geld
mit Protestieren und durch lächerliche Chören
könnte niemand ihre Macht zerstören

Sicher waren sie sich alle. Bis ihre dürre Sprache
nur zum Zucken der Achseln und zum Lachen
führte. Weil sie niemanden da unten mehr versteht
und niemand da oben weiß worum es jenen geht.

Auf diese Weise fällt noch immer wieder
loses Gerede aus der Höhe auf uns nieder
von jenen, die uns nichts mehr sagen
deren Parolen definitiv versagen.

Wir sind das Volk
Wir sind die Partei
und letztlich auch:
die Kirche, das sind wir.

Die Mauern werden fallen überall, wo
Mächtige uns sagen es muss so und so
in Wallstreet, Rom und Jericho

Die da oben ihre Dogmen nicht ersetzen
sich über Meinungen da unten nur Entsetzen
fallen so wie in Rom, Berlin, in Tunis und Kairo.

Ohne Waffen, ohne Geld
fallen überall die Mächtigen der Welt
in Leipzig friedlich durch ein mutig Beten
überall sonst hört man Toten und Trompeten.

Die da oben auf der Mauer stehen
meinen Sie bestimmen das Geschehen.
doch während sie in Imperativen sprechen
die steinern Dogmen, worauf sie bestehen, brechen.

Die da oben stehen Seid gewarnt
Denn wie man sich auch tarnt
Das Volk sind die, die unten stehen.

© Oktober 2011 Gerhardt vandenBosch

Hier gibt´s mehr von Gerhardt vandenBosch

Heute Nacht brennt Tottenham

Getextet von Die dritte Person

Heute Nacht brennt Tottenham

Zwei Kinder haben keinen Vater mehr, ein Ehemann ist tot.
Wir sind empört und voller Wut, ein ganzer Stadtteil, der sieht rot.
Auch wenn wir die Hintergründe gar nicht kennen,
heute Nacht brennt Tottenham…

Die Fenster springen, die Scherben bleiben liegen,
in Tottenham ist auch nichts heil geblieben,
Und wenn die Polizei kommt schlagen wir noch Fester,
heute Nacht brennt Manchester…

Es gibt kein “Du” und “Ich”, es gibt nur noch ein “Alle”,
unser Hilfeschrei sind sinnlose Krawalle.
Wir können Wut und Tobsucht nicht mehr trennen,
heute Nacht brennt Burmingham.

Die Menschen auf den Straßen, wozu weis keiner mehr,
Wieso? Weshalb? Warum? Ein Land ertrinkt im Pflastersteinemeer.
Der Mob regiert, es hat noch immer keiner nachgedacht,
London brennt noch einmal, heute Nacht…

© Die dritte Person, 10. August 2011

Lied der Rating-Agenturen

Ein Lied geschrieben von Gerhardt vandenBosch

Lied der Rating-Agenturen

Hört mal zu, verdammte Pigs,
Ihr könnt rebellieren, protestieren,
schreien, klagen, randalieren,
Macht uns alles Niks.
Je mehr sie protestieren: Munter
Stufen wir euch runter.

Mit uns gibt es nichts zu lachen.
Was wir wollen? Hohes Rendement
Sicher von Klienten ohne Cent.
Sonst ist nichts mit uns zu machen.
Je mehr sie schreien: Munter
Stufen wir euch weiter runter.

Dieses Spielchen habt ihr längst  verloren.
Wir, wir sitzen oben auf dem schönen Euro-Geld
Wir regieren diese sogenannte „freie Welt“.
Wir sind ja die sogenannten „großen Investoren“
Und vergeßt es nicht: Je mehr sie schreien: Munter
Stufen wir euch immer weiter runter.

Nehmt Ihr doch uns die Leidenschaft nicht übel.
Nennt das nicht, zu Unrecht, einfach spekulieren,
Für, was wir machen, müssen wir uns nie genieren
Es ist unser Amt, Politiker, sie sind die Grübel.
Sie vergessen: Die am meisten grübeln: Munter
Stufen sie sich selbst herunter.
Munter gehen Sie am weitesten herunter.

© Gerhardt vandenBosch, 25. Juli 2011