Tag Archive for paarreim

Sozusagen

Gestern ist er gestorben, sozusagen
Der Sohn des Menschen
Auferstanden nach drei Tagen
Aber wenn sie mich fragen ….

Aber wenn sie mich nun fragen
Ob ich das glaube
So muss ich leider sagen
Fragen sie mich das lieber nicht.

Er lief auf dem Wasser, sozusagen
Der Sohn des Schreiners
Ich meine, er hat es verdient
Das sie das von Ihm sagen.

Er hat es verdient, sozusagen
Er war der erste Mensch
Der auf alle Fragen
antwortete als wäre er Gott

Aber wenn sie mich nun fragen ..
War er Gott?
So muss ich leider sagen
Fragen sie mich das lieber nicht.

© Gerhardt vandenBosch

Krise

Die Welt die Wirtschaft steckt in einer Krise
Vorstandsgehälter, Mindestlohn
Länder, Läden, Banken wissen schon
es fehlt an Geld sie machen Miese

Die kranken Kassen leisten widerwillig
verlangen viel
als wär Gesundheit ein leichtes Spiel
Kranke, Kinder, Hartz4 Kollegen kaufen billig
um zu überleben
falsch zu denken, man könne hier nach Glücke streben

Stattdessen sparen,
knappsen, Billigwaren
ohne Perspektive
oder Alternative
Rosen, Tulpen, Nelken
alle diese welken
Nur diese eine nicht
sie heißt: “Lieber Staat, vergiß mein nicht!”

Was kann ich tun, was lass ich lieber
Aktienkurse steigen und sinken wieder
Geld, Monopol und zig Millionen
zählen mehr als die Visionen
der Menschen oder Massen,
des Denkers, Querulanten
und Anarchisten mit all seinen Bekannten

Drum ruf ich auf
lauf Jäger lauf so lautet die Devise
Wir erfinden neu den Sinn dieser Welt
klicken auf alles, was uns gefällt
Drucken unser eigenes Geld
und schaffen unsere eigene Krise

© Vendog

Nie mehr froh

du willst es nicht hören
willst dich nur beschweren
doch was ich dir sage
ist dir scheißegal

es geht dir am arsch vorbei
meine meinung ist dir einerelei
du willst mir nur sagen
willst dich nur beklagen
wie falsch ich doch liege
es einfach nicht hinkriege
wie gut du doch bist
wie richtig nur ist
so wie du es machst
wie wenig du lachst
wie tot du doch bist
wie mühsam es ist
und dass ich genauso
werden soll
nie mehr froh

die mundwinkel runter
nie wieder mehr munter
mit traurigen augen
und keinem mehr glauben
nur noch dir
das rätst du mir

ich muss mich nur beugen
und darf nicht bezeugen
den eigenen willen
sonst willst du mich killen
so geh’ ich kaputt

so oder so
nie mehr froh

wenn du anderen heuchelst
wenn du sie meuchelst
wie kann ich dann wissen
du willst mich nicht dissen
du bist mit mir gut
gibst mir neuen mut
du lässt mir mein leben
und auch mein bestreben
oder lügst du auch mich an
auf mich kommt es nicht an
einer weniger oder mehr
das ändert nix mehr
denn dann bist du nicht echt
dann bist du schlecht
bist so wie die die du meidest
die die du schneidest
die du verrufst
die du verfluchst
bist so wie die leut
nicht besser kein deut

so oder so
nie mehr froh

© Pia TM Fuchs

Eisprinzessin

Lang wallendes,

silbriggraublauglänzendes Haar

tanzt und liebkost zärtlich

ihr blaugrausilbriges Paar

eisiger Augen,

die glasklar graziöse Blicke

durch die Luft manövrieren,

gedanklich stolzieren

ihre graublausilbrigen Ringe

um das Innere

das Mittige

das Schwarze.

Darin verlieren,

erliegen

der silbriggraublauschimmernden

Schwerkraft,

die mit leichter Kraft

Leiden schafft

und leidenschaftlich

ihre Netze spannt.

Blaugrausilbrig

klebrig

glänzend

wirst Du Gefangener ihres Eispalasts,

dessen silbrigblaugrauglänzende Schatten

Dir die Innensicht versperren.

Augenlicht

wärmt wohltuend

auch ihre imaginären Glieder,

an die Du dich gedanklich nieder

schmiegst

silbriggraublauglänzend

eckig

kantig

kalt.

Weiche nicht aus!

Weichlich ist auch

die eisigste

Eisprinzessin

© Wortverliebt

Hallo

Ich
Schreibe
Dir

Weil du fast unhörbar,
„Hallo“ sagtest.
In meinem Traum.

Du hattest mich
Im Auge
Wie ich dich.
In meinem Traum.

Nach allen Nächten nichts
Nach allen Tagen, noch immer nichts

Von dir gehört, gesehen
War  es dann endlich klar
Was zwischen uns gewesen war

Mit deinem unhörbarem
„Hallo“ für mich

NICHTS.
Nur der Traum.

„Ein leichtbewegtes Herz  ist ein übles Gut“
Hat Goethe mal geschrieben
An seinen Freund

Für sich
Für mich
Für dich.

Gerhardt vandenBosch, Januar 2012

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