Tag Archive for Gerhardt vandenBosch

Hallo

Ich
Schreibe
Dir

Weil du fast unhörbar,
„Hallo“ sagtest.
In meinem Traum.

Du hattest mich
Im Auge
Wie ich dich.
In meinem Traum.

Nach allen Nächten nichts
Nach allen Tagen, noch immer nichts

Von dir gehört, gesehen
War  es dann endlich klar
Was zwischen uns gewesen war

Mit deinem unhörbarem
„Hallo“ für mich

NICHTS.
Nur der Traum.

„Ein leichtbewegtes Herz  ist ein übles Gut“
Hat Goethe mal geschrieben
An seinen Freund

Für sich
Für mich
Für dich.

Gerhardt vandenBosch, Januar 2012

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Volveran

Die dunklen Schwalben werden wieder kommen
und ihre Nester machen unter dem Balkon
und plaudern wollen , in ihrem Fremdjargon;
an deinem Fenster wieder fliegend spielen kommen

Nur sie, die deine Schönheit rasch erkannten
von meinem Glück durchaus benommen
diese werden nicht mehr kommen
die ihre Flüge bremsten, unsre Namen kannten

Und kommen werden, wie auf einem Schlag
Wiederkommen werden sie, die dichten Blaetter
Um auf der Mauer deines Gartens hoch zu klettern
ihre Blumen weit zu öffnen an dem späten Nachmittag

Nur jene nicht, die wir betrachteten, bedeckt mit Tau
die wie mit Tränen glänzten in der Sonne
sie nicht,sie weinten, zitterten in unsre und in ihre Wonne
bevor sie fielen aus unsre Augenbrau.

Auch das wird wiederkommen, das man dich anbetet
Dass den Tag dir völlig mit Gelübden übergießt
dass deine Liebe wieder fließt
Dass ein Andrer dich anbetet

Aber irr dich nicht: so verrückt wie ich
so wie ich dich auf meinen Knien hab begehrt
wie man Gott auf seinen Knien in der Kirche ehrt
so wird niemand dich mehr lieben, nicht mehr wie ich

eingereicht von Gerhardt vandenBosch
(nach Volveran von Gustavo A Becquer: Rimas)

An mein Pseudonym

An mein Pseudonym, geschrieben von Gerhardt vandenBosch

Jetzt sag ich´s dir: Ich habe dich
Mein  Leben  lang   ertragen.
In guten und in bösen Tagen
Gib  es zu. Sei  ehrlich.

Nun  frage  ich  dich:  Ertrage auch mich.
Ich möchte gern – weil ich das brauche-
Der  Durchschnitt  sein, wofür  ich tauge.
Ertrage  jetzt  dein zweites ich.

Lasse  mich,  dein anderes Dich
Lasse  mich  meine eigenen Worte sagen
Hör auf mich immer  wieder  abzufragen
Bin ich dich oder bin ich mich.

Als dein Zwillingsbruder , dein zweites ich
Lasse mich sein
Mein  unauffällig
Unauffällig  , unempfindlich: Ich.

© Gerhardt vandenBosch, November 2011

Unpolitische Gedichte

Die da oben

Unpolitisches von Gerhardt vandenBosch, Vielen Dank!

Ihre Macht war wie die Mauer, worauf sie standen
Unbeweglich niemals mehr zu ändern. Was sie fanden
Wurde ausgestrahlt.Was sie meinten, wiederholt.
Wurden, wo sie gingen mit den roten Läufern eingeholt

Die da oben auf den hohen Mauern standen
meinten diese Macht kam Ihnen nie abhanden.
doch während sie noch in Ihren Imperativen sprachen
immer weiter unter ihnen ihre hohe Mauer brachen

Die da oben standen in der ganzen Welt
meinten: Ohne Waffen, ohne Geld
mit Protestieren und durch lächerliche Chören
könnte niemand ihre Macht zerstören

Sicher waren sie sich alle. Bis ihre dürre Sprache
nur zum Zucken der Achseln und zum Lachen
führte. Weil sie niemanden da unten mehr versteht
und niemand da oben weiß worum es jenen geht.

Auf diese Weise fällt noch immer wieder
loses Gerede aus der Höhe auf uns nieder
von jenen, die uns nichts mehr sagen
deren Parolen definitiv versagen.

Wir sind das Volk
Wir sind die Partei
und letztlich auch:
die Kirche, das sind wir.

Die Mauern werden fallen überall, wo
Mächtige uns sagen es muss so und so
in Wallstreet, Rom und Jericho

Die da oben ihre Dogmen nicht ersetzen
sich über Meinungen da unten nur Entsetzen
fallen so wie in Rom, Berlin, in Tunis und Kairo.

Ohne Waffen, ohne Geld
fallen überall die Mächtigen der Welt
in Leipzig friedlich durch ein mutig Beten
überall sonst hört man Toten und Trompeten.

Die da oben auf der Mauer stehen
meinen Sie bestimmen das Geschehen.
doch während sie in Imperativen sprechen
die steinern Dogmen, worauf sie bestehen, brechen.

Die da oben stehen Seid gewarnt
Denn wie man sich auch tarnt
Das Volk sind die, die unten stehen.

© Oktober 2011 Gerhardt vandenBosch

Hier gibt´s mehr von Gerhardt vandenBosch

Des Kaisers Kleider

Gerhardt vandenBosch schrieb “Des Kaisers Kleider” Oktober 2011

Stete Wahrheit ist das Wort des Mächtigen

Nur der Narre muss des Unfugs ihn verdächtigen

Nur Dummerjan sagt: “Ja, Hoheitskleider, nicht mehr da“

Und da steht der Kaiser in seinem kaiserlichen Pyjama.

 

Dem Narren ist’s erlaubt zu sagen

Was alle anderen nicht wagen.

Er sagt jetzt laut und mit verdecktem Grinsen:

„Die Banken nehmen Wucherzinsen.

 

Wucher ist nicht nett, und wohl unsittlich

Dieser Narr meint, solche Verträge sind ungültig.

Gegenüber einem einzelnen H4 Empfänger,

Auch gegenüber allen Tsirtaki-Sängern.“

 

Stete Wahrheit ist das Wort des Mächtigen

Nur der Narr darf des Unfugs ihn verdächtigen

Nur er sagt einfach: „Ja, Hoheitsschuldner nicht mehr da“

Und dann lacht der Banken Kaiser im kaiserlichen Pyjama.

 

Allen bleiben um den Narren mit dem Kaiser lachen.

Was kann ein Narr sonst anders machen?

Wenn es ernst zu nehmen wäre, wäre das nicht gut

Denn dann ging es an des Narren Blut und Gut.
© Gerhardt vandenBosch